NEWSLETTER
2 (November 2005)
Liebe Leserinnen und Leser,
in der zweiten Ausgabe des VBA-Newsletters greifen wir ein sehr wichtiges Thema für erfolgreiche Veranstaltungen auf: die „Technik“. Sie bekommt einen immer höheren Stellenwert, da einerseits gute, zuverlässige Technik eine Grundvoraussetzung für das Gelingen eines Events ist und dies auch seinen Preis hat, sich aber andererseits immer mehr Anbieter auf dem Markt preislich bekämpfen und einander unterbieten, mit verheerenden Folgen für die Qualität der Arbeit. Wettbewerb ist gut und wichtig, aber wie finden Sie in dieser Situation den richtigen Partner? Ausprobieren kann teuer und gefährlich sein.
Wir haben einen guten und zuverlässigen Partner mit SINUS Event Technik gefunden!
Seit mehr als 4 Jahren arbeiten wir sehr häufig, aber auch nicht ausschließlich mit diesem Partner zusammen und haben ihn selbst zum weiter entfernten Ziel Sevilla mitgenommen. Wir, aber noch wichtiger ist: unsere Kunden schätzen die gute Zusammenarbeit und Zuverlässigkeit. Selbstverständlich prüfen wir regelmäßig Angebote von Mitanbietern und bewerten das Preis-Leistungsverhältnis. Dabei berücksichtigen wir natürlich auch Reise- und Transportkosten. Und oft ist jedoch die positive Erfahrung und die Vermeidung eines Risikos das „Zünglein an der Waage“.
Noch ein Wort zur Anrede unter uns Eventleuten: Bei den Veranstaltungen und Shows, die wir zusammen inszenieren, kommt es auf ein harmonisches Zusammenspiel von Akteuren, Technikern und der VBA-Regie an. Dabei hat sich das informelle „Du“ eingebürgert. Das hat nichts mit Verbrüderung zu tun, sondern erleichtert in den Streßsituationen die Kommunikation. Um nicht für das Interview plötzlich auf eine unnatürliche Distanz gehen zu müssen, habe ich diese kollegiale Anrede meines Gesprächspartners auch hier beibehalten.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen
Ihr
Norbert Amthor
(Gründer, Inhaber, Geschäftsführer VBA-Events)
„Eventtechnik: Vom Eiskeller in die Schokoladenfabrik“
VBA: Lieber Thorsten, jetzt arbeiten wir schon einige Jahre gut zusammen und haben so manche Veranstaltung gemeinsam gemeistert. Du bist VBA-Premiumpartner und gleichzeitig mein erster Interview-Experte für unseren Newsletter. Kannst du mir bitte mal erzählen wie das alles bei Dir und SINUS Event-Technik angefangen hat?
Sinus: Hallo Norbert, danke für die Ehre. Die Sinus Event Technik GmbH hat das Gewerbe seit 1989 angemeldet. Ich hab aber schon mit elf Jahren das erste Mal Licht bei einem Rockfestival gemacht. Mein Bruder spielte damals in einer Rockband.
Dann kamen immer mehr Anfragen von anderen Bands, sodass ich mich neun Jahre später damit selbständig gemacht habe und in eine kleine Wohnung als Büro und zwei Garagen als Lager eingezogen bin. 1996 musste dann etwas Größeres her.
VBA: Kannst Du einen Eindruck geben, was in den Garagen einer Eventtechnikfirma so alles „parkt“?
Sinus: Als Momentaufnahme von heute: Etwa 1.000 Scheinwerfer verschiedenster Typen, 30 Tonpulte mit 4 bis 48 Kanälen, sowohl analog als auch digital, 200 Lautsprecher für Kleinbeschallung bis hin zum Open Air, 300 Mikrofone, 20 Beamer, mehrere komplette 3D-Arbeitsplätze für die Vorproduktion und Planung, 30 Leinwände von 1 x1 bis 9 x 7 Meter Größe, 20 Video und TV Kameras, 700 laufende Meter Alu-Traversen, 250 Kilometer Licht- und Tonkabel mit einem Gesamtgewicht von 40 Tonnen und dann kommen ja noch die ganzen Dekorationen…
VBA: Okay, das ist wirklich überzeugend! Da genügen sicherlich keine Garagen mehr. Wie ging es dann weiter oder wo seid Ihr jetzt untergebracht?
Sinus: Wir sind dann in einen ehemaligen Eiskeller gezogen, wo früher mal wirklich Stangeneis zur Kühlung produziert und gelagert wurde. Und anschließend in eine ehemalige Schokoladenfabrik in Darmstadt. Hier stehen uns jetzt ca 1.500 qm als Büro und Lagerfläche zur Verfügung. Ferner haben wir jetzt auch die Möglichkeit zwei eigenen Werkstätten Sonderbauten zu realisieren.
VBA: Vom Eis zur Schokolade, ist ja originell.- Wie viele Mitarbeiter hast Du beschäftigt?
Sinus: Wir sind momentan 14 fest angestellte Mitarbeiter und haben einen Pool freier Mitarbeiter von 50 – 60 Leuten, von denen 20 regelmäßig für uns arbeiten.
VBA: Wie kam eigentlich einst der Kontakt zwischen VBA-Events und SINUS Event Technik zustande?
Sinus: Dein Mitarbeiter Nico Lindner hatte mal 'ne Veranstaltung im Rhein-Main-Gebiet und da wir von SINUS dort sitzen, was er von seinem Bruder erfuhr, haben wir die erste Veranstaltung gemeinsam betreut. Seitdem tun wir das regelmäßig, und zwar nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern kreuz und quer in der Republik und auch im Ausland. Ich erinnere mich spontan zum Beispiel an Basel, Ulm, Berlin, Dresden, Hannover, Stuttgart, Bonn, München, Salzburg, Sevilla…
VBA: Stimmt, wir waren auch international schon unterwegs. Wie viele Veranstaltungen macht Ihr denn so im Jahr?
Sinus: Lassen wir mal die ungefähr 1.500 kleinen Abholvermietungen von Privatleuten weg, wo jemand hier bei uns 'ne Tonanlage für eine Hochzeit oder kleines Licht für die Party abholt. Wenn man also von einer richtigen Veranstaltung spricht, wo wir den Volllservice - unsere Stärke - bieten, haben wir ca. 250 Veranstaltungen im Jahr. Rechnerisch betreuen wir also fast jeden Tag eine Veranstaltung. In der Realität kommt es oft geballt, manchmal fünf bis sechs Events an einem Tag.
VBA: Dann liegt der Schwerpunkt also auf Veranstaltungen für die Industrie?
Sinus: Ja. Das macht mit Abstand den Löwenanteil aus. Das sind dann also Produktpräsentationen, Abendgalas, Konferenzen, Incentives, Motivationsveranstaltungen für Mitarbeiter oder Kunden.
VBA: Du sprachst gerade von Euren Stärken. Kannst Du mir etwas über Eure Philosophie und den Anspruch sagen, den Ihr an Euch selbst stellt?
Sinus: Erstens schreiben wir uns eine 100%-ige Erfolgsgarantie auf die Fahne. Das heißt, wenn wir eine Veranstaltung technisch betreuen, wird sie wirklich 100%ig einwandfrei. Diesem Anspruch, und da bin ich auch ganz stolz drauf, konnten wir bis heute immer gerecht werden.
Und zum Zweiten, was immer wichtiger wird: Wir wissen, was wir brauchen, um in den vorgegebenen Budgetgrenzen das Optimum zu erreichen. Wir bauen keine Luftschlösser, sondern wir setzen Eventideen bodenständig um. Wir weisen unsere Kunden auch daraufhin, wenn wir Probleme sehen, was im ersten Moment nicht immer gut ankommt, aber letztendlich doch gut aufgenommen wird.
VBA: Beispiel?
Sinus: Ein Kunde wollte unbedingt eine flexibel gestaltbare Bühnenrückwand, aber das wäre ein allzu teuer Spaß geworden und wir haben ihm abgeraten. Stattdessen installierten wir ein System aus einfach montierbaren Alu-Jalousien, wie sie jeder aus dem Haushalt kennt. Das war kreativ und kostengünstig, erfüllte genau den Zweck und sah entsprechend Illuminiert richtig edel aus.
VBA: Welche Herausforderungen magst Du am meisten und an welche Aufregung bzw. Erlebnis erinnerst du dich noch gut - oder mit Schrecken?
Sinus: Jeder Kunde verdient die gleiche Beachtung und Betreuung, von daher ist mal prinzipiell jede Veranstaltung, ob groß oder klein, eine Herausforderung. Die großen Veranstaltungen sind aber schon alleine wegen der eingesetzten Ressourcen bedeutender.
Eine Veranstaltung ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Wir hatten mal in der Hamburger Speicherstadt eine Veranstaltung, wo wir alles Material wie früher außen am Haus über einen Lastenkorb mit einer Seilwinde in den 2. Stock befördern mussten -
VBA: - Aber Ihr seid nicht mit dem Schiff angefahren, oder?
Sinus: Nein, wir konnten schon mit dem LKW ranfahren, aber das war eine größere Anstrengung. Der Hammer war, dass dann eine Viertelstunde vor Eintreffen der Gäste der vom Kunden gemietete Stromgenerator seinen Geist aufgab. Wir hatten also nur wenige Minuten Zeit, um das Dekolicht für das Eintreffen der Gäste zu improvisieren. Gleichzeitig wurde ein neuer Generator geordert, der per Sattelschlepper angeliefert werden musste. Wir standen zu dem Zeitpunkt schon mit dem Hauptstromkabel unten. Als der Truck eintraf, haben wir gar nicht erst abgeladen, sondern das Aggregat auf der Ladefläche angelassen, angeschlossen und mit einer minimalen Verspätung konnte dann sogar die Band mit vollem Licht und Ton anfangen. Der Kunde wusste darüber Bescheid und erhielt regelmäßig einen Statusbericht.
VBA: Dein Beispiel zeigt, wie es im Eventbereich oft heißt, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen einzuleiten, damit die Veranstaltung ein Erfolg wird – sehr gut. Kommen wir mal zur technischen Entwicklung, die ja in unserer Zeit rasant voranschreitet. Welche technischen Fortschritte sind Dir besonders aufgefallen?
Sinus: Besonders der Bereich Videotechnik hat sich enorm entwickelt. Wenn man sich mal Videobeamer von 1999 oder 2000 anschaut: Die waren unheimlich groß, unglaublich schwer, extrem teuer und dann auch noch pflegeintensiv. Man brauchte 1-2 Techniker, die manchmal eine ganze Nacht justierten, um am nächsten Tag ein akzeptables Bild zu haben. Heute sind die wesentlich günstiger, leichter und einfacher zu bedienen. Da hat sich enorm was getan und wird sich auch noch viel tun.
Was sich momentan gerade in der Lichttechnik hervortut, ist die LED-Technik. Wir haben hier eine Leuchtdiode, die mit wenig Strom relativ helles Licht erzeugt. Da bin ich schon gespannt, was da noch kommt.
VBA: Hat die gute alte Glühlampe von Thomas A. Edison also ausgedient, zumindest auf der Bühne?
Sinus: Ja, LED wird mit Sicherheit das Leuchtmittel der Zukunft werden, nicht nur im Veranstaltungsbereich, es kommt ja auch im Automobilbereich. Die LED, die wir bereits erfolgreich einsetzen, erzeugt wesentlich weniger Abwärme, bringt mehr Licht bei weniger Stromverbrauch und hat eine extrem lange Haltbarkeit.
VBA: Was müsste sich denn in der Zukunft noch verbessern, in der Technik?
Sinus: Mein größter Wunsch ist, dass die Geräte noch ausfallsicherer werden. Oft werden die Geräte mit immer mehr Funktionen bestückt, aber uns wäre eine größere Zuverlässigkeit wichtiger. Manchmal bauen wir auch Eigenentwicklungen, wenn wir mit vorproduzierten Lösungen nicht zufrieden sind, siehe die oben erwähnte Alu-Jalousien-Rückwand.
VBA: Hardware und technisches Know-how ist allerdings nicht alles bei Veranstaltungen. Ich weiß von Dir, dass Du auch öfter der „Mann für alle Fälle“ bist. Kannst Du ein typisches Beispiel geben?
Sinus: Klar. Da ist zum Beispiel der Abteilungsleiter, der in wenigen Minuten vor 500 Gästen einen Vortrag halten muss, und es ist nicht unbedingt sein täglicher Job. Die Leute sind in ihren Sachgebieten Profis, aber sie sind nicht gewöhnt, tagtäglich mit Mikrophon und Laptop auf der Bühne ein großes Publikum zu begeistern. Vor lauter Aufregung schafft er es nicht mehr selber, an seinen Powerpoint-Charts noch ein paar kleine Änderungen zu machen. Wir versetzen uns in seine Lage, und realisieren dann eben seine Änderungen, auch wenn das eigentlich nicht unser Job ist. Die Leute sind sehr dankbar, wenn man ihnen das Gefühl der Sicherheit gibt und manchmal auch 'ne gewisse praktische Hilfestellung.
VBA: Ja, das kann ich mir vorstellen. Kommen wir mal zu Dir selber: Was sind Deine persönlichen Wünsche für die Zukunft?
Sinus: Ich habe zwei große Wünsche: Erstens würde ich ganz gerne mal ohne Handy mit meiner Frau und meiner Tochter länger als fünf Tage verreisen, und irgendwann mach ich das. Ich hab das große Glück, hervorragende Mitarbeiter zu haben, die mit der gleichen Motivation wie ich bei der Sache sind. Irgendwann werde ich einem geheimen Vertrauten meine Geheimnummer geben und dann für zehn Tage wegfahren.
Der zweite Wunsch ist globaler: Ich denke oft an den Hunger der Welt und besonders an hungernde Kinder und wünsche mir ganz persönlich, dass das doch bald besser werden sollte. Denn uns geht’s im Vergleich sehr gut.
VBA: Diesem Wunsch schließe ich mich an und danke Dir für das Gespräch.
Sie erreichen Thorsten Schmidt von der Sinus Event Technik GmbH unter E-Mail: schmidt@sinus.de, Tel. 06151/ 770660, Internet: www.sinus.de


